Contact Sports Club
RESPECT Fightgala in Schwanebeck

RESPECT Fightgala in Schwanebeck

Letzten Samstag ging es für unsere Boxabteilung, seit 2019 unter neuer Leitung von Christian Schwäblein, auf nach Schwanebeck. Eingeladen hatte die Respect-Kampfsportschule aus Halberstadt und veranstaltet wurde im Volkshaus in Schwanebeck, in einem historischen und rustikal schick hergerichtetem Dorfsaal mit ca 500 Zuschauern. Diese bekamen jedoch erst eine Art Undercard von Profiboxkämpfen präsentiert, bevor es mit der Jugend und den spannenden Amateurkämpfen im Boxen und Kickboxen losgehen konnte.

Kampf Fadhil vs Kiewan

Mit Mohammed Fadhil, 12 Jahre jung und 45kg, starteten wir erstmalig auf einem Boxevent, denn bisher hatte er nur ein Vorboxen in Leipzig zu verzeichnen, dass unentschieden gewertet wurde. In Schwanebeck traf er erneut auf Ahmad Kiewan von der Leipziger Boxschule International um zu prüfen wer denn nun der Bessere wäre. In Runde 1 und 2 legten die beiden ein Match auf Augenhöhe hin und es trennte sie nicht sehr viel. Während Mohamed die Ringmitte für sichbeanspruchte und mit langen Händen das Gefecht führte, versuchte Ahmad von außen mit Haken und überfallartigen Aktionen die Punkte zu machen und Treffer zu setzen.
Nach den bisherigen Kämpen der Undercardprofis an diesem Abend, bot der Kampf der beiden Youngster dem Publikum eine Augenweise an verbissenem Einsatz und ehrlichem Siegeswillen. Ermahnt vom Ringrichter das es bisher Unentschieden stand, war auch in der Pause klar das wir noch eine Schippe obenauf packen wollen wenn wir auswärts einen Sieg einfahren wollen.
Mohammed setzte daher auch in der 3. Runde alles daran das geforderte Kampfkonzept umzusetzen und seine bessere Kondition auszuspielen durch erhöhte Aktivität, dann würden auch die notwendigen Treffer kommen den Kampf für uns zu entscheiden.
Und so kam es dann auch, dass die Leipziger Ecke etwas abbaute und dem hohen Tempo Tribut zollen mußte, da es Mohammed gelang in dieser entscheidenden Phase die Übersicht zu behalten und das bessere Gefühl für die Distanz bewies sowie die notwendigen Trefferpunkte eindeutig über die Schlaghand brachte.
Nun war auch dem letzten Zuschauer im Publikum klar wie engagiertes und ehrliches boxen aussehen kann und es quittierte die Leistung der jungen Kämpfer mit einem tosenden Applaus.

 

Kampf Yakovlev vs Arabzeade

Noch einen Kampf weiter im Programm und schon war Aleksander THUNDER Yakovlev an der Reihe zu zeigen aus welchem Holz er geschnitzt ist. Er bekam es mit dem Hamburger Ali Arabzeade -70kg zu tun, von dem im Vorfeld nicht wirklich viel zu erfahren war als sein Kampfrekord von 8-4-0.

So blieb uns nur Ali ein bisschen beim Aufwärmen zu beobachten und dort ein paar Erkenntnisse zu gewinnen um unseren Kampf siegreich zu gestalten.
Doch das Hauptaugenmerk lag auf uns selbst um unseren Rhythmus und Konzentration zu finden, was nicht gerade einfach ist wenn man mit allen anderen Sportlern des Abends gemeinsam eine vom Publikum durchlaufene Aufwärmzone hat. Da jedoch an der leckeren Versorgung nicht gespart wurde, lies sich dieser Zustand etwas mildern. Platz zur Erwärmung war wie gewohnt Mangelware, doch hier nahmen alle anwesenden Teams fair Rücksicht aufeinander. Während Aleks sich mit Gymnastik und Schattenboxen erwärmte, blieb etwas Zeit die gute und schnelle Pratzenarbeit des Hamburger Teams zu bewundern. Doch wer schon einmal Pratzenarbeit gemacht hat, weiß wie man dabei den Sportler gut aussehen lassen kann, letzten Endes muss man es im Kampf erst mal an ein bewegliches Ziel anbringen, dass einem nicht auf die Hände läuft.
Das Einschlagen an der Pratze lief gewohnt harmonisch und wir fanden schnell in unserem Rhythmus und die gewünschten Bewegungsabläufe spielten sich schnell ein. Trotz mehrmaligen Veränderungen auf der Fightcard, konnten wir unsere Erwärmung gut einteilen und uns entsprechenden Warmhalten, so das wir frisch und motiviert für unseren Einlauf bereit waren. Nun wurde es Zeit dem Publikum etwas für sein Eintrittsgeld zu präsentieren und wir waren uns sicher einen starken Kampf abzuliefern. Unser Gegner erwartete uns bereits im Ring und Aleks führte unseren Einlauf an. Ab hier lief alles wie in einer gut geschmierten Routine ab, jeder wusste um seinen Platz im Team und welche Aufgabe es gemeinsam zu meistern gilt.

Ring frei zu ersten Runde!

Ali bot zum Abklatschen am Kampfbeginn eine offene Hand zum Gruß an um direkt mit einem harten Kopfhaken einzuspringen. Hier wurde unsere Erwartung bereits erfüllt und Aleks befand sich da wo es ihm angekündigt wurde, in einem Match mit einem erfahrenen Schlitzohr, das mehr zu bieten hatte als sein offizieller Kampfrekord aussagte. Also hieß es gleich die Zügel übernehmen und das Tempo anziehen. Gesagt, gesagt… Ali feuerte weitere Hakenbomben ab um Aleks zu testen, der schlug sauber mit und konnte seinerseits deutlich die Schlaghand platzieren in den harten gefeuerten Angriff des Hamburger hinein. Anschließend dominierte die variable Führhand gefolgt von starken Schlagkombinationen Aleks. Ali versuchte immer wieder mit Mätzchen zu locken und den unbeeindruckten Aleks aus der Ruhe zu bringen. Er konnte die meisten Aktionen sehr gut vermeiden und schlug in den entscheiden Phasen die besseren Konter während er sich die Ringmitte erarbeitete. Ali tänzelte außen herum und tauchte mit einem Lächeln unter den langen Händen von Aleks durch, wedelt mit den offenen Armen und zeigte an das er die Kontrolle hat im Ring. Bämmm, schlägt die gerade Schlaghand ein in der Körpermitte und Ali versuchte wieder durch Mätzchen anzuzeigen, dass dieser Treffer nichts Besonders war. Doch genau diesen deutlichen Treffer hatte Aleks nur gebraucht um die richtige Distanz dauerhaft zu finden. Ebenso zog der Treffer Luft, denn Ali stürmte plötzlich nicht mehr so wild und risikoreich in seine Aktionen. Die nächste Minute war teils vom Taktieren um die bessere Position und teils von kurzen Schlagserien beider Kämpfer geprägt, in denen Aleks die etwas besseren Treffer erzielte und die Kampfführung deutlich übernahm, in dem er den Vorwärtsgang aus der Ringmitte heraus einschaltete. Auch die Aufforderung aus der Ecke, die Führhand etwas tiefer ins Spiel zu bringen bei einem tief pendelndem Gegenüber, wurde direkt umgesetzt und brachte den erwünschten Erfolg.

Ali kam nicht wirklich mehr ran mit seinen Schlägen über die Außenbahn, musste schieben oder Klammern um den Aktionen zu entgehn, während Aleks immer erneut serien ansetzte und zum Körper hart abschloss. Gelang es Ali dies beim ersten Mal noch mit Konterschlag zu beantworten, strafte ihn Aleks bei der nächsten Serie mit einem zweiten Angriff, um auch dieses Aufbäumen zu eliminieren und die notwendiger Trefferpunkte zu erzielen. So ging das Spiel bis Ende der ersten Runde, Ali tänzelte außen herum und versuchte Einzelschläge zu setzen während Aleks die Punkte über Schlagserien einholte.
Runde 2 wurde von Aleks mit einem Kopfhaken eröffnet, gefolgt von einem schönen geraden Schlaghandtreffer zum Kopf. Ali seinerseits entschlossen mehr Punkte zu holen, drehte nun richtig auf. Er setzte nach und trieb Aleks durch den Ring, ohne diesen jedoch stellen zu können oder entscheidende Treffer zu setzen. Aleks gelang es die Übersicht zu behalten und nach Verpuffen dieses Aufbäumens, selbst wieder mit Kombinationen zum Kopf und Körper das Gefecht zu dominieren im Rückwärtsgang. Dann entwickelt sich wieder ein fast offener Schlagabtausch, wo Ali mit Einzelhändeln und Aleks mit Serien trifft. Erneutes Taktieren und Mätzchen auf der Hamburger Seite, werden begleitet vom Hinweis aus der Erfurter Ecke konsequent weiter zum Körper abzuschließen und geschlossen zu bleiben. Bravourös umgesetzt mit einem krachenden Leberhaken, der Ali das bisherige Schmunzeln auf seinen Lippen wegwischte und nun schon deutlich zucken lies. Gefolgt von  trefferlosen und wilden Schlagaktionen ging es gemeinsam klammernd in die Seile um vom souverän agierenden Ringrichter getrennt zu werden.

Pure Konsequenz bei der Respect Fightgala

Angestachelt vom Erfolg setzte Aleks konsequent mit einer Körperhakenduplette zur Leber nach was ebenfalls deutlich Spuren hinterließ.  Aleks setzte weiterhin deutlich nach und übernahm die Führung in diesem harten aber bisher fair geführten Match. Ali antwortete mit schweren Schwingern, doch Aleks traf deutlicher. Auch war hier bereits zu erkennen, dass die Luft dünner wurde für die Hamburger Ecke, dank konsequenter Arbeit zum Körper in allen Serien. Und dann BUMM, ein weiterer Leberhaken und Ali knickt ein, aber geht nicht runter! Aleks setzt konsequent und hart zum Körper nach, Ali pendelt tief in den Knien und wirft die letzten Bomben die nicht treffen, Aleks setzt erneut nach, Ali senkt die Hände und den Blick, macht einen Schritt zurück während Aleks mit harten Kopftreffern nachsetzt bis der Ringrichter dazwischen geht. Ai wird angezählt, alle Mätzchen und das Lächeln sind verschwunden, ein müdes Kopfschütteln signalisiert dem Kampfrichter beim Countdown die Aufgabe. In der weißen Ecken steht ein strahlender Aleksander, die Fäuste zum Saaldach gereckt und begleitet von 500 Zuschauern die tatsächlich nach einer Zugabe schreien, was für ein Moment, absoluter Wahnsinn und Megastimmung in der ganzen Halle. Im weiteren verlauf des Abends wurden der Gegner von Mohammed als bester Kämpfer und Aleksander Yakovlev als bester Techniker ausgezeichnet. Dies war mit Abstand der beste Kampf des Abends, als auch ein weiterer wichtiger Entwicklungsschritt für Aleksander, der seine Bilanz auf 9-6-0 ausbauen konnte. Das neue Trainingskonzept im Contact Sports Club hat sich bewährt, er trainiert in zwei Gruppen für boxspezifisches und wettkampfvorbereitendes Training mit individueller Betreuung und eigenverantwortlichem Training. Auch hier ist er für die anderen Sportler des Teams ein Vorbild, denn es ist nicht einfach als Schichtarbeiter auf mindestens 5-6 Trainigseinheiten zu kommen.

Unser Dank geht an alle Teammitglieder und beteiligten Trainer Karsten Seyfarth, Mario Schnee und Christian Schwäblein, Ersatzbetreuer Ahmet Tasci und Chaffeur Dominique Müller, die alle Sportler sicher wieder nach Hause gebracht haben.


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